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1934 – Kern & Schaufelberger

Im Jahre 1934 gründeten Werner Kern und Max Schaufelberger die Firma Kern & Schaufelberger, Radio und Rundfunkgeräte. Die Firma besteht heute als Aktiengesellschaft und wird von der zweiten Generation geführt. Von 1938 bis 1943 wurden amerikanische Windkraftanlagen importiert. Die Leistungen der damaligen Geräte lagen bei 100 – 300 Watt. Die Wirren des 2. Weltkrieges machten die Einfuhr solcher Geräte immer schwieriger, so dass Max Schaufelberger begann, sich mit der Konstruktion eigener Anlagen zu befassen. Vorerst baute er Starrpropelleranlagen mit Luftbremsen und verwendete noch handelsübliche Generatoren. Nach relativ kurzer Zeit musste er jedoch feststellen, dass Starrpropeller ungeeignet waren und dass auch die Verwendung von handelsüblichen Generatoren nicht zu einem erfolgversprechenden Gerät führen konnte.

1943 – Windkraft GmbH Winterthur

1943 wurde die Windkraft GmbH Winterthur gegründet. Ziel war die Entwicklung von kompletten Windkraftanlagen, besseren Generatoren und Verstellpropellern. Bereits im Jahre 1945 und 1946 konnten an der Schweizerischen Mustermesse Windgeneratoren mit fliehkraftgeregelten Verstellpropellern mit Leistungen bis 2KW gezeigt werden.

Bereits 1948 wurde die erste 5KW Anlage mit einem 4:1 Getriebe ausgerüstet. Somit stellte Windkraft GmbH die erste, serienreife 5KW Anlage für den “Normalverbraucher” her.

1954 – Elektro GmbH

Im Jahre 1954 wurde die Windkraft GmbH in Elektro GmbH umgetauft, um so dem erweiterten Produktangebot gerecht zu werden. Dies umfasste neben Masten, Batterien und Transformatoren später auch kleine Peltonturbinen für Wasserkraftwerke. Die technische Weiterentwicklung führte ins Dioden- und Transistorenzeitalter, welches den Umgang mit Wechselstrom erheblich erleichterte. Die alten und weniger zuverlässigen Felderregten Gleichstrom (DC) Generatoren wurden schnell durch Permanentmagneterregte Wechselstrom (AC) Alternatoren ersetzt. Der von Elektro GmbH entwickelte und gebaute AC Windgenerator war eine technische Meisterleistung, die von den meisten Mitbewerber lange nicht erreicht werden konnte.

Neben den Serien Windkraftanlagen von 500W bis 8000W wurden auch Steuerungen,  automatische Abschaltung bei Sturm, statische und rotierende Wechselrichter, Umformer und Batterien gebaut. Die praktischen Versuche und die durchgeführten Verbesserungen in der Werkstatt an der St.Gallerstrasse 27 machten Elektro GmbH zum weltweiten Systemlieferanten. Als der Bedarf nach Windkraftanlagen in der Schweiz nachliess, wurden auch kleine Peltonturbinen entwickelt und produziert. Die kleinen Wasserkraftwerke waren in der Schweiz an mehreren Standorten in Betrieb.

Immer mehr wurden mit der weiteren Entwicklung auch die Grenzen der Windkraft sichtbar. Harte Rückschläge wie vom Wind zerstörte Anlagen mussten in Kauf genommen werden. Nur dank dem Durchhaltewillen von Max Schaufelberger konnte die Herstellung und der Vertrieb über Jahrzehnte aufrecht erhalten werden. Windkraft wurde weltweit immer bekannter und in vielen Ländern wurde Windkraftforschung staatlich gefördert und es wurden Einspeisevergütungen gewährt.

 

1995 – Elwind AG

Die 1995 gegründete Elwind AG mit Sitz in Winterthur hat die Weiterentwicklung von Windkraftanlagen eingestellt. Die Anlagen im Bereich von 2kW-8kW waren sehr weit ausgereift und es konnten nur noch kleine Verbesserungen gemacht werden. Der Schritt zu grösseren Anlagetypen war wegen fehlender Förderungsgelder nicht möglich. Die Grundlagenarbeit wurde in mehreren benachbarten Ländern vom Staat unterstützt. Daher wurden mehr und mehr nur noch Technologieanfragen beantwortet und Ersatzteile geliefert.